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Die meisten Unternehmen können ihre Energiekosten senken, und zwar genau einmal deutlich. Der Rückgang kommt in dem Jahr, in dem die Solaranlage ans Netz geht. Danach bleibt die Linie flach.

Diese flache Linie ist kein Zeichen für eine schlechte Anlage. Sie zeigt, dass Sie die eine Kostenkomponente erledigt haben, die Photovoltaik überhaupt erreichen kann. Wer darüber hinaus Energiekosten senken will, muss sich mit den Komponenten befassen, an die Solarstrom nicht herankommt: wann Sie Strom beziehen und wie hart Sie ihn im schlechtesten Moment des Jahres beziehen.

TL;DR

Die erste Phase der Energiewende war der Kauf von Hardware. Die zweite Phase besteht darin, diese Hardware als ein System arbeiten zu lassen.

  • Solarstrom senkt Ihre Beschaffungskosten. Am Leistungspreis Ihres Netznutzungsentgelts ändert er nichts, denn der bemisst sich an Ihrer höchsten Viertelstundenleistung.
  • Eine einzige Lastspitze am Montagmorgen kann den Leistungspreis für das gesamte Abrechnungsjahr bestimmen.
  • Die Einspeisung verliert an Wert. Bei negativen Börsenpreisen entfällt die Vergütung inzwischen ab der ersten Viertelstunde.
  • Eigenverbrauch erhöhen, Lastspitzen kappen und Verbrauch verschieben wirken zusammen deutlich stärker als jede Maßnahme allein.
  • In Simulationen auf Basis eines vollen Jahres eigener Messdaten erreichen energieintensive Standorte bis zu 60 % niedrigere Energiekosten.

Sie brauchen in der Regel keine weitere Hardware. Sie brauchen Steuerung über die Anlagen, die bereits stehen.

Woraus Ihre Rechnung tatsächlich besteht

Eine gewerbliche Energierechnung teilt sich grob in vier Blöcke, und jeder reagiert anders auf Photovoltaik.

  • 1
    Beschaffungskosten. Die Kilowattstunden, die Sie einkaufen, zu einem festen oder dynamischen Preis. Das ist der Block, den Solarstrom direkt trifft.
  • 2
    Netznutzungsentgelt. Was Sie für die Nutzung des Netzes zahlen. Ein Teil hängt an Ihrer Vertragsleistung. Der Leistungspreis bemisst sich an der höchsten gemessenen Viertelstundenleistung im Abrechnungszeitraum. Ein kurzer Ausschlag setzt damit den Maßstab für sehr lange Zeit.
  • 3
    Steuern, Abgaben und Umlagen. Weitgehend gesetzt, mit Entlastungen für bestimmte stromintensive Betriebe.
  • 4
    Einspeisung. Was Sie für zurückgespeisten Strom erhalten. Dieser Betrag steht unter Druck, und an sonnigen Mittagsstunden kann der Börsenpreis negativ werden.

Photovoltaik erreicht den ersten Block. Wenn Ihr größter Kostenanteil im zweiten und vierten liegt, erklärt das, warum die Rechnung einmal gesunken und dann stehen geblieben ist.

Sechs Maßnahmen, die weiter führen

Die meisten dieser Maßnahmen kennen Sie wahrscheinlich schon. Der Unterschied liegt in der Umsetzung.

  • 1

    Lastspitzen beherrschen. Fast immer der schnellste Weg. Sie senken Kosten, ohne weniger zu produzieren, allein dadurch, dass Spitzen nicht zusammenfallen. Unser Beitrag zu Peak Shaving rechnet ein Beispiel vollständig durch, und für Produktionsumgebungen gibt es eine eigene Analyse zur Spitzenlast in der Fertigungsindustrie.

  • 2

    Mehr eigenen Strom selbst verbrauchen. Jede Kilowattstunde, die Sie am Standort nutzen statt einzuspeisen, zählt doppelt: kein Einkauf und keine schwache Einspeisevergütung. In der Praxis bedeutet das, flexible Lasten in die Mittagsstunden zu ziehen, soweit der Prozess es zulässt. Seit dem Solarspitzengesetz entfällt die Einspeisevergütung bei negativen Börsenpreisen, was den Eigenverbrauch weiter aufwertet.

  • 3

    Speicher, aber mit klarer Aufgabe. Eine Batterie ist kein Selbstzweck. Sie rechnet sich, sobald klar ist, wofür sie da ist: Spitze kappen, Überschuss puffern oder Preisdifferenzen nutzen. Meist eine Kombination, und damit wird die Steuerung zum entscheidenden Faktor. Die Vorteile der Batteriespeicherung haben wir an anderer Stelle zusammengestellt.

  • 4

    Ladeinfrastruktur richtig verteilen.

    Ladepunkte sind oft der größte neue Verbraucher am Standort. Ohne Steuerung ziehen sie alle volle Leistung, sobald ein Kabel steckt. Mit Load Balancing für Unternehmen verteilen Sie Ladevorgänge über die Nacht und über die verfügbare Reserve, ohne dass ein Fahrzeug zu spät losfährt.

  • 5

    Verbrauch nach Preis verschieben. Kälteanlagen, Wärmespeicher, Druckluftkompressoren, Ladevorgänge und bestimmte Batchprozesse haben zeitlichen Spielraum. Wer diesen Spielraum in günstige Stunden verlegt, senkt den durchschnittlichen Kilowattstundenpreis, ohne den Prozess selbst zu verändern.

  • 6

    Flexibilität vermarkten. Wenn Sie über nachweisbar steuerbare Leistung verfügen, können Sie diese über Engpassmanagement anbieten oder an den Regel- und Day-Ahead-Märkten einsetzen. Dann beginnt Ihr Energiesystem zu verdienen statt nur zu kosten. Welche regulatorischen Rahmen dabei gelten, ordnen wir im Beitrag zu Paragraph 14a ein.

Eine Anmerkung zu Heizungsanlagen und Wärmepumpen. Sie mitzusteuern kann viel bringen, aber das geschieht ausschließlich in Absprache mit der Gebäudeverwaltung und innerhalb der Komfortgrenzen, die Sie selbst festlegen. Nie als Standardeinstellung.

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Warum einzelne Maßnahmen gegeneinander arbeiten

Hier scheitert es in der Praxis. Jede Maßnahme erhält ihre eigene Steuerung mit eigenen Regeln, und keine dieser Regeln weiß von den anderen.

  • Die Batterie lädt sich in der günstigsten Morgenstunde voll und setzt damit eine neue Lastspitze.
  • Die Ladepunkte starten um 17:00 Uhr, genau dann, wenn die Produktion noch läuft und die Erzeugung nachlässt.
  • Die Wechselrichter begrenzen an sonnigen Mittagen, weil am Standort kein Abnehmer für den Überschuss bereitsteht.
  • Die Gebäudeautomation startet die Kühlung zu einer festen Uhrzeit, unabhängig vom Preis.

Alle vier Systeme tun genau das, wofür sie eingerichtet wurden. Das Gesamtergebnis ist nur teurer als notwendig. Deshalb kann ein Standort mit vielen Anlagen am Ende mehr zahlen als ein Standort mit weniger Anlagen und besserer Steuerung. Das Zusammenspiel von Netzengpass und Solaranlagen zeigt dasselbe Muster.

Wo die Kosten entstehen, hängt von der Branche ab. An einem Produktionsstandort kommt die Spitze aus Anfahrvorgängen und Prozessschritten, die zeitlich zusammenfallen. In einem Immobilienportfolio entsteht sie eher aus Heizung, Kühlung und Ladepunkten, die je Gebäude ihrem eigenen Zeitplan folgen.

Von einzelnen Anlagen zu einem Steuerungsplan

Die Antwort ist nicht mehr Hardware. Es ist eine Ebene über Ihren bestehenden Anlagen, die daraus einen einzigen Plan macht.

Tibo EMS betrachtet 48 Stunden im Voraus Preise, Wetter und erwarteten Verbrauch und berechnet den Steuerungsplan für alle Anlagen alle fünf Minuten neu. Keine festen Regeln und kein Dashboard, das jemand beobachten muss. Die Anbindung erfolgt über MODBUS, OCPP oder eine Schnittstelle zu Ihrer Gebäudeautomation, es muss also nichts ersetzt werden.

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Erst rechnen, dann installieren

Wir beginnen nicht mit der Installation. Wir erstellen zuerst eine digitale Kopie Ihres Standorts und lassen den Steuerungsplan auf Ihre Messdaten aus dem Vorjahr laufen. Daraus entsteht eine Berechnung, was das in Ihrer Situation bringt, aufgeschlüsselt nach Kostenkomponente. Diese Zahl ist ein Richtwert auf Basis Ihrer eigenen Daten und keine Garantie. Sie entscheiden erst danach, ob Sie weitergehen möchten.

Möchten Sie wissen, wie viel Reserve in Ihrem Netzanschluss und Ihren bestehenden Anlagen steckt? Die Simulation ist der kürzeste Weg zu einer Antwort.

Häufig gestellte Fragen

Doch, aber der Ertrag hat sich verlagert. Wo der Gewinn früher aus der Einspeisung kam, kommt er heute aus dem Eigenverbrauch. Photovoltaik in Verbindung mit Steuerung und, wo es passt, mit Speicher liefert mehr als Photovoltaik allein. Mehr dazu in unserem Beitrag darüber, wie Sie intelligenter einspeisen.

Bei fast jedem Standort mit gewerblichem Netzanschluss ist es die Beherrschung der Lastspitze. Sie wirkt sowohl auf den Leistungspreis als auch auf die Frage, ob Ihre Vertragsleistung angehoben werden muss.

Nicht zwingend. Ein erheblicher Teil der Einsparung entsteht durch das Verschieben flexibler Lasten, die Sie bereits haben, etwa Ladevorgänge, Kälteerzeugung und Wärmespeicher. Ein Speicher erweitert den Spielraum, ist aber selten der erste Schritt.

Die Verschärfung betrifft Anlagen, die nach Inkrafttreten des Solarspitzengesetzes in Betrieb genommen wurden. Der Bundesverband Solarwirtschaft hat Hintergründe zum Solarspitzengesetz zusammengestellt. Unabhängig vom Baujahr gilt: Eigenverbrauch ist wirtschaftlich immer die stärkere Option.

Die Steuerung arbeitet, sobald die Anlagen angebunden sind. Der Effekt auf Ihr Netznutzungsentgelt zeigt sich, sobald die nächste Höchstlast gemessen wird, denn genau daran bemisst sich der Leistungspreis.

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