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Der Business Case für einen Batteriespeicher oder einen Ladepark beginnt fast immer in Excel. Jahresverbrauch hinein, eine Annahme zur Lastspitze, ein Preis pro Kilowattstunde, und unten fällt eine Amortisationszeit heraus. Eine saubere Rechnung. Alle am Tisch nicken.

Nur arbeitet diese Rechnung mit Durchschnittswerten. Und Ihre Stromrechnung arbeitet mit Viertelstunden. Genau in dieser Lücke verschwinden Investitionen, denn ein Jahreswert zeigt nicht, wann Ihre Lastspitze auftritt und was passiert, wenn Ihre Ladesäulen und Ihre Kälteanlage sich an einem Dienstagnachmittag im März begegnen.

In Deutschland wiegt das besonders schwer: Ihre Jahreshöchstlast bestimmt den Leistungspreis, also kann eine einzige Viertelstunde im Januar Ihre Netzentgelte für das ganze Jahr festschreiben. Ein Jahresdurchschnitt sieht diese Viertelstunde nie. Eine Energiesimulation schon.

TL;DR

Eine Energiesimulation übersetzt Ihre eigenen Messdaten in ein durchgerechnetes Szenario. So wissen Sie vor der Investition, was eine Anlage bringt und wie groß sie sein muss.

  • Eine Excel-Rechnung arbeitet mit Durchschnittswerten, während Ihre Netzkosten von der Jahreshöchstlast und Ihre Beschaffungskosten von schwankenden Preisen bestimmt werden
  • Das Ergebnis ist ein Vergleich: Ihre heutige Situation gegen das Szenario mit der neuen Anlage, und die Differenz ist Ihr jährlicher Ertrag
  • Zu groß gekauft bindet unnötig Kapital, zu klein gekauft senkt Ihre Jahreshöchstlast nicht. Beides sehen Sie nur im Voraus, wenn Sie auf Viertelstundenbasis rechnen
  • Die Simulation zeigt auch, ob Ihr Lastprofil eine atypische Netznutzung nach § 19 StromNEV trägt, und ob ein stärkerer Netzanschluss samt Baukostenzuschuss überhaupt nötig ist
  • Steuerbare Verbrauchseinrichtungen unterliegen eigenen netzseitigen Vorgaben, und die gehören in die Rechnung
  • Arbeiten Sie als Installateur oder Energieberater, führen wir die Simulation gemeinsam mit Ihnen durch, damit Ihr Angebot auf Zahlen aus der Kundensituation steht
  • Arbeiten Sie als Installateur oder Energieberater, führen wir die Simulation gemeinsam mit Ihnen durch, damit Ihr Angebot auf Zahlen aus der Kundensituation steht

Die Frage ist nicht, ob Sie investieren, sondern ob Sie wissen, ab welcher Größe es kippt.

Was eine Energiesimulation genau ist

Eine Energiesimulation baut ein virtuelles Abbild Ihres Standorts: Ihren Netzanschluss, Ihren Verbrauch, Ihre Solaranlage, Ihre Ladesäulen, Ihre Kälte- oder Produktionsanlagen. Darauf lassen Sie dann ein Szenario laufen. Was passiert, wenn ich einen Speicher mit 300 kWh ergänze? Und mit 600 kWh? Was, wenn ich vier Schnellladepunkte dazustelle, den Anschluss aber unverändert lasse?

Der Unterschied zur Tabellenkalkulation liegt darin, dass die Simulation zu den Zeitpunkten rechnet, an denen es tatsächlich passiert. Nicht „wir verbrauchen 1,2 GWh pro Jahr“, sondern 35 040 Viertelstunden, jede mit eigenem Verbrauch, eigener Erzeugung, eigenem Preis und eigener Netzgrenze. Genau in dieser Auflösung steckt das Geld, denn eine Spitze von zehn Minuten im teuersten Moment des Jahres bestimmt als Jahreshöchstlast Ihren Leistungspreis für das ganze Jahr.

Technisch ist das dieselbe Grundlage wie ein Digital Twin. Das Modell ist das Mittel, nicht der Zweck. Was Sie daraus brauchen, ist eine Antwort: rechnet sich das, und in welcher Größe.

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Warum eine Excel-Rechnung Ihren Business Case verzerrt

Tabellen sind nicht falsch. Sie sind nur zu grob für Entscheidungen dieser Größenordnung. Fünf Stellen, an denen es schiefgeht:

  • Gleichzeitigkeit. Eine Tabelle addiert Leistungen. In der Praxis erreicht Ihre Kälteanlage ihre Spitze nicht zum selben Zeitpunkt wie Ihre Ladesäulen, und manchmal genau doch. Dieser Unterschied entscheidet, ob Ihr Speicher zu klein oder überflüssig ist.
  • Preisdynamik. Mit einem durchschnittlichen kWh-Preis verschwindet genau die Spreizung, an der ein Speicher sein Geld verdient. Bei negativen Preisen kann intelligente Steuerung sogar Erlöse bringen, ohne zusätzliche Hardware.
  • Eine Zahl statt eines Zeitpunkts. Ihr Leistungspreis hängt an der Jahreshöchstlast, also an einer einzigen Viertelstunde. Eine Tabelle mit einer angenommenen Spitze kann nicht zeigen, wann diese Viertelstunde auftritt und ob ein Speicher sie überhaupt erreicht hätte. Wer steuerbare Verbrauchseinrichtungen betreibt, sollte zusätzlich die Vorgaben aus Paragraf 14a mitrechnen.
  • Die Steuerung fehlt in der Rechnung. Die meisten Business Cases rechnen die Anlage ohne die Regelung durch. Ein Speicher ohne Peak Shaving und Load Balancing holt jedoch nur einen Bruchteil seines Potenzials.
  • Ausreißer verschwinden. Ein Durchschnitt glättet genau die eine Viertelstunde im Jahr, die Ihren Leistungspreis bestimmt.

Zu groß und zu klein kosten beide Geld

Zu klein tut auf naheliegende Weise weh: Sie haben investiert und Ihre Jahreshöchstlast ist trotzdem kaum gesunken. Der Leistungspreis bleibt, wo er war, und die Rechnung läuft weiter.

Zu groß fühlt sich sicher an und kostet genauso viel. Sie binden Kapital in Kilowattstunden, die nie genutzt werden, brauchen mehr Fläche und mehr Sicherheitsmaßnahmen, und Ihre Amortisationszeit verlängert sich. Bei Batteriespeichern kann die bauliche Größe zudem das Genehmigungsverfahren betreffen, Überdimensionierung ist also nicht nur finanziell unpraktisch.

Hier gibt Ihnen die Simulation eine Bandbreite statt einer Schätzung. Sie sehen, welche Größe Ihre Jahreshöchstlast tatsächlich senkt und ab wann zusätzliche Kapazität nichts mehr beiträgt. In Geld übersetzt: ab welchem Punkt die Investition pro zusätzlicher Kilowattstunde stärker steigt als die Einsparung, die Sie dafür bekommen. Dieser Punkt ist der Kern Ihres Business Case, und er liegt an jedem Standort anders.

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Was aus einer Simulation herauskommt und wie Sie es lesen

Eine Simulation liefert keine Empfehlung, sondern einen Vergleich. Sie stellen mindestens zwei Durchrechnungen nebeneinander: Ihre heutige Situation und die Situation mit der neuen Anlage samt Steuerung. Beide auf denselben Daten, demselben Jahr, demselben Vertrag.

Worauf Sie dann schauen:

  • Leistungspreis. Wie weit die Jahreshöchstlast sinkt und was das an Netzentgelten bedeutet. Bei vielen Unternehmen ist das der größte Posten und der schnellste Gewinn.
  • Kosten pro kWh. Was Ihr Verbrauch kostet, wenn er sich in die günstigen Stunden verschiebt statt zufällig dort zu liegen, wo er gerade anfällt.
  • Einspeisung und Abregelung. Wie viel eigene Erzeugung Sie heute zu niedrigen oder negativen Preisen abgeben und wie viel davon Sie im neuen Szenario selbst nutzen oder speichern.
  • Netzanschluss. Ob Sie mit Ihrer bestehenden Anschlussleistung auskommen, und ob eine Verstärkung samt Baukostenzuschuss damit vom Tisch ist.
  • Atypische Netznutzung. Ob Ihr gesteuertes Lastprofil planbar außerhalb der Hochlastzeitfenster liegt und damit für eine Reduzierung nach § 19 StromNEV infrage kommt.

Die Differenz zwischen diesen beiden Durchrechnungen ist Ihr jährlicher Ertrag. Stellen Sie sie der Investition gegenüber, haben Sie eine Amortisationszeit, die aus Viertelstundenwerten aufgebaut ist und nicht aus einer Annahme. Genau das bedeutet „rechnet sich das“ in der Praxis: kein Prozentwert aus einer Faustregel, sondern die Differenz zweier Szenarien auf Ihren eigenen Messdaten. Wiederholen Sie denselben Vergleich mit anderen Größen, sehen Sie die Kurve. Bei den ersten Schritten sinkt Ihre Amortisationszeit deutlich, danach flacht es ab, und ab einem bestimmten Punkt steigt sie wieder. Sie wollen den Knick, nicht die maximale Kapazität.

Was Sie zum Simulieren brauchen

Der Input ist begrenzt und liegt meist schon vor:

  • Viertelstundenwerte Ihres Netzanschlusses über mindestens ein Jahr, abrufbar über Ihren Messstellenbetreiber
  • Ihren Energieliefervertrag inklusive Anschlussleistung und Tarifstruktur, sowie Ihr aktuelles Netzentgelt
  • Eine Liste Ihrer bestehenden Anlagen mit ihren Leistungen
  • Eine Vorstellung davon, was Sie ergänzen wollen, auch wenn sie noch grob ist
  • Bei Ladeinfrastruktur: wie viele Fahrzeuge, welcher Ladepunkttyp, und wann sie wieder abfahren müssen

Der letzte Punkt wird regelmäßig unterschätzt. Bei geteilter Ladeinfrastruktur bestimmt das Ladeverhalten den Business Case stärker als die Ladeleistung selbst.

Die Beschaffung der Messdaten ist in der Regel der längste Schritt. Sobald sie vorliegen, geht das Durchrechnen von Szenarien schnell, und genau deshalb lohnt es sich, das vor der Angebotsphase zu tun und nicht daneben.

Arbeiten Sie als Installateur oder Energieberater? Dann ändert das Ihr Angebot

Eine Simulation ist keine Hausaufgabe, die Ihnen der Kunde gibt. Sie ist die Grundlage, unter die Sie Ihren Namen setzen können.

Die Frage kommt früher oder später: Warum müssen es 400 kWh sein und nicht 250? Mit einer Durchrechnung auf den Daten genau dieses Standorts ist dieses Gespräch in zwei Minuten beendet, und Ihre Empfehlung hält, wenn der Kunde ein Jahr später darauf zurückkommt. Das ist ein anderes Gespräch, als ein Angebot mit vergleichbaren Projekten zu begründen, so gut diese Erfahrung auch ist.

Drei Dinge, die es Ihnen praktisch bringt:

  • Ihr Angebot steht auf Zahlen aus der Situation des Kunden, nicht auf einer Annahme, die er nicht prüfen kann.
  • Sie vermeiden Überdimensionierung und damit ein Investitionsvorschlag, der am Preis scheitert, obwohl die Technik stimmte.

  • Sie fixieren den Umfang, bevor Sie in die Planung gehen, also weniger Diskussion mitten im Projekt.

So läuft es in der Praxis: Wir führen die Simulation gemeinsam mit Ihnen durch. Sie kennen den Standort, den Kunden und die Anlage, wir kennen das Modell und die Steuerung. Sie müssen es also weder auslagern noch allein herausfinden. Wie diese Zusammenarbeit aussieht, finden Sie auf unserer Partnerseite.

Praktisch heißt das eines: Machen Sie die Simulation zur Grundlage des Leistungsverzeichnisses, nicht zur Kontrolle im Nachhinein.

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Von der Simulation in die Praxis

Die Simulation ist eine Berechnung auf historischen Daten, keine Garantie. Das Ergebnis zeigt an, was unter den eingegebenen Annahmen erreichbar ist, und diese Annahmen verdienen dieselbe Aufmerksamkeit wie das Ergebnis.

Was sie leistet: Sie macht den Sprung in die Umsetzung kleiner. Sie gehen nicht von einer Tabelle zur Bestellung, sondern von einem durchgerechneten Szenario zu einem Energiemanagementsystem, das dasselbe Szenario anschließend steuert. Gleiches Modell, gleiche Grenzen, nur jetzt auf Live-Daten. Und wenn sich Ihr Verbrauch ändert oder eine Anlage dazukommt, rechnen Sie erneut durch, bevor Sie etwas kaufen.

Für Unternehmen, die an der Netzkapazität hängen, gibt es ein Ergebnis, das oft übersprungen wird: Manchmal zeigt die Simulation, dass ein stärkerer Anschluss gar nicht nötig ist. Steuerung innerhalb der bestehenden Anschlussleistung ist dann schneller und spart den Baukostenzuschuss, der bei einer Verstärkung fällig wird. Zugleich öffnet sie die Tür zum Engpassmanagement.

Erst die Zahlen, dann der Spatenstich

Eine Investition in Batteriespeicher oder Ladepark ist zu groß, um sie auf Annahmen zu stützen, und zu gut berechenbar, um es zu müssen. Ihre Daten liegen bereits vor. Die Frage ist nur, ob Sie sie vor oder nach der Bestellung nutzen.

Möchten Sie sehen, wie eine solche Durchrechnung für Ihren Standort ausfällt? In einer Demo gehen wir eine Simulation auf echten Daten durch, sodass Sie genau sehen, welche Entscheidungen den Unterschied machen.

Kommen Sie als Installateur oder Energieberater hierher und möchten das für Ihre Kunden einsetzen? Dann ist die Partnerseite Ihr Startpunkt.

Häufig gestellte Fragen

Eine Energiesimulation ist eine Durchrechnung Ihrer Energiesituation auf Basis Ihrer eigenen Viertelstundenwerte. Sie bauen ein virtuelles Modell Ihres Standorts und testen darin Szenarien, etwa das Ergänzen eines Batteriespeichers oder von Ladesäulen, um zu sehen, was das mit Ihren Kosten, Ihren Lastspitzen und Ihrer Netznutzung macht.

Viertelstundenwerte Ihres Netzanschlusses über mindestens ein Jahr, Ihren Energievertrag mit der Anschlussleistung und Ihrem Netzentgelt, eine Übersicht Ihrer bestehenden Anlagen und eine Vorstellung davon, was Sie ergänzen wollen.

Das Ergebnis ist ein Richtwert, keine Garantie. Die Simulation rechnet mit Ihren tatsächlichen historischen Daten und ist damit realistischer als eine Berechnung auf Jahresdurchschnitten, die Qualität hängt jedoch von Ihren Daten und den eingegebenen Annahmen ab. Behandeln Sie das Ergebnis als fundierte Bandbreite.

Indem zwei Durchrechnungen auf denselben Daten verglichen werden: Ihre heutige Situation und die Situation mit der neuen Anlage samt Steuerung. Die Differenz beim Leistungspreis, den kWh-Kosten und der Einspeisung ist Ihr jährlicher Ertrag, den Sie der Investition gegenüberstellen. Die Amortisationszeit kommt damit aus Ihren eigenen Messdaten und nicht aus einer Annahme oder Faustregel.

Ja, das ist eine der wichtigsten Anwendungen. Indem Sie verschiedene Größen durchrechnen, sehen Sie, welche Kapazität Ihre Jahreshöchstlast wirksam senkt und ab welchem Punkt zusätzliche Kapazität nichts mehr bringt.

In der Praxis geschieht es gemeinsam. Der Installateur oder Energieberater bringt den Standort, die Kundensituation und das Anlagenwissen ein, wir bringen das Modell und die Steuerung ein. So bleibt die Empfehlung beim Berater, während die Durchrechnung auf Viertelstundenebene stimmt. Als Endkunde müssen Sie sich also nicht zwischen Selbstermittlung und vollständiger Auslagerung entscheiden.

Sie liegen dicht beieinander. Der Digital Twin ist das virtuelle Modell Ihres Standorts, die Simulation ist, was Sie mit diesem Modell tun: Szenarien durchrechnen. Bei einem laufenden Energiemanagementsystem bleibt dasselbe Modell für die tägliche Steuerung im Einsatz.

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