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Während über 14.000 niederländische Unternehmen auf einen stärkeren Netzanschluss warten, hat eine Feuerwache in Zeist den Gasverbrauch um 90 Prozent gesenkt, ohne das Stromnetz auszubauen. Der Praxiscase von Unica Building Services und Tibo Energy gewann damit diese Woche die Netcongestie Innovatie Competitie MKB 2026 auf dem Nationale Netcongestie Dag in Arnhem. Die Fachjury setzte sich aus Experten aus Netzbetrieb, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, darunter Alliander, VNO-NCW und die TU Eindhoven.
Bei der Bewertung schaute die Jury nicht nur auf Technik und Skalierbarkeit, sondern vor allem auf die Frage, wie Unternehmen ihren bestehenden Netzanschluss besser nutzen können, ohne zusätzliche Komplexität einzuführen. Laut Jury hebt sich die Lösung von Unica und Tibo durch die breite Anwendbarkeit des Energiemanagementsystems und die Art und Weise ab, wie aktuelle Preissignale alle fünf Minuten automatisch in Entscheidungen zum Energieverbrauch übersetzt werden. Das Ergebnis: Lastspitzen lassen sich besser verteilen und es entsteht mehr Spielraum im bestehenden Stromnetz.
Gasverbrauch in Zeist um 90 Prozent gesenkt
Die Lösung kommt in der Feuerwache Zeist zum Einsatz, wo Unica Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Ladepunkte in Echtzeit aufeinander abstimmt. Der Standort liegt in der Provinz Utrecht, wo ab Juli in großen Teilen ein vorübergehender Anschlussstopp wegen Netzengpässen gilt. „Immer häufiger scheitern Projekte daran, dass der Anschluss nicht verstärkt werden kann,“ sagt Edwin Koers von Unica. „Was vielen Gebäudeverwaltern nicht bewusst ist: Ihr Gebäude ist in Bezug auf Wärmespeicherung im Grunde eine Art Batterie. Wenn eine Wärmepumpe das Gebäude aufheizt, solange die Energie günstig ist, wird diese Wärme in Wänden und Böden gespeichert. Sobald das Stromnetz ausgelastet ist, kann die Wärmepumpe einfach zurückgefahren werden. Die gespeicherte Wärme bleibt noch Stunden im Gebäude erhalten, ähnlich wie ein Smartphone nicht sofort leer ist, wenn man es nach dem Laden vom Kabel trennt. In Zeist haben wir so den Gasverbrauch um 90 Prozent gesenkt, ohne eine Netzverstärkung.“
Blaupause für Tausende Gebäude
Laut Tibo Energy zeigt der Fall Zeist, dass viele bestehende Gebäude innerhalb ihres aktuellen Anschlusses noch Kapazitätsreserven haben. Das ist relevant zu einem Zeitpunkt, an dem immer mehr Regionen, darunter Utrecht, Gelderland und kürzlich auch Teile von Eindhoven, von einem Anschlussstopp wegen Netzengpässen betroffen sind. „Der bestehende Netzanschluss wird den größten Teil der Zeit nicht voll ausgenutzt,“ sagt Remco Eikhout, CEO von Tibo Energy. „Durch eine intelligentere Abstimmung der Gebäudetechnik entsteht innerhalb bestehender Kapazitäten oft mehr Spielraum als erwartet. An der Feuerwache in Zeist haben wir gezeigt, dass Dekarbonisierung auch in Regionen mit Anschlussstopp weiterhin möglich ist, ohne dass zwingend ein stärkerer Anschluss erforderlich wird.“
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