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Ihr Fuhrpark wird elektrisch, Ihr Ladepark wächst und Ihr Netzanschluss bleibt derselbe. Die Folge? In Spitzenzeiten ziehen sämtliche Ladepunkte gleichzeitig volle Leistung. Der Anschluss stößt an seine Grenzen, die Hauptsicherung gerät unter Druck und der Netzbetreiber kann Ihnen häufig keinen stärkeren Anschluss mehr bereitstellen. Auf einem Gewerbegebiet, auf dem auch Maschinen, Kühlung und Ihre Nachbarunternehmen Strom benötigen, wird das schnell zum Engpass.

Dynamisches Laden löst dieses Problem. In diesem Artikel erfahren Sie, was dynamisches Laden genau bedeutet, warum ein Ladepark ohne intelligentes Lademanagement an seine Grenzen stößt und wie sich Ihre Ladepunkte mit dem übrigen Energieverbrauch synchronisieren lassen. Dieser Artikel ist Teil unseres umfassenden Leitfadens zur Elektrifizierung von Fuhrpark und Standort.

TL;DR

Ihr Ladepark wächst, Ihr Netzanschluss jedoch nicht. Ohne Steuerung erreicht Ihr Anschluss sein Limit genau in dem Moment, in dem alle gleichzeitig laden.

  • Bei statischem Laden addieren sich die Leistungswerte aller Ladepunkte. Dynamisches Laden verteilt die verfügbare Kapazität in Echtzeit, sodass Sie stets innerhalb Ihrer Anschlussleistung bleiben.
  • Aufgrund von Netzengpässen ist ein stärkerer Anschluss vielerorts erst in Monaten bis Jahren verfügbar. Intelligentes Laden ist kein Komfort mehr, sondern die einzige Möglichkeit, Ihren Ladepark jetzt zu skalieren.
  • Intelligentes Lademanagement geht über dynamisches Laden hinaus: Es bestimmt nicht nur, wie viel geladen wird, sondern auch wann. Auf Basis von Energiepreisen, eigener Erzeugung und Abfahrtsplanung.
  • Ein eigenständiges Lademanagementsystem sieht nur die Ladepunkte. Ein Energiemanagementsystem steuert Ladepark, Photovoltaik, Batteriespeicher und weitere Verbraucher als Gesamtsystem. Am Enexis-Standort in Best führte das zu bis zu 60% geringeren Energiekosten und 50% CO₂-Reduktion.
  • Jedes Gewerbegebiet ist anders. Eine Simulation auf Basis Ihrer tatsächlichen Verbrauchsdaten zeigt vorab, was dynamisches Laden und intelligentes Lademanagement an Ihrem Standort leisten.

Unternehmen, die ihren Ladepark jetzt intelligent steuern, wachsen innerhalb ihres bestehenden Netzanschlusses. Wer abwartet, zahlt für Kapazität, die längst vorhanden war.

Was ist dynamisches Laden?

Dynamisches Laden bedeutet, dass die Ladeleistung Ihrer Ladepunkte sich in Echtzeit an die verfügbare Kapazität Ihres Netzanschlusses anpasst. Zieht Ihr Gebäude in einem bestimmten Moment viel Strom? Dann erhalten die Fahrzeuge vorübergehend weniger. Sinkt der Verbrauch? Dann steigt die Ladeleistung wieder.

Der Unterschied zum statischen Laden ist erheblich.

  • Statisches Laden: Jeder Ladepunkt erhält eine feste Maximalleistung. Laden zehn Fahrzeuge gleichzeitig, addieren sich diese Leistungen. Ihr Netzanschluss muss also auf den theoretisch schwersten Moment dimensioniert sein.
  • Dynamisches Laden: Das System verteilt den verfügbaren Spielraum in Echtzeit über alle aktiven Ladesitzungen. Sie bleiben jederzeit innerhalb Ihrer Anschlussleistung, ohne dass eine Verstärkung nötig ist.

Kurz gesagt: Dynamisches Laden holt das Maximum aus der Kapazität heraus, die Sie bereits haben.

Elektrifizierung der Logistik

Warum ein Ladepark ohne Lademanagement an seine Grenzen stößt

Ein Ladepark auf einem Gewerbegebiet wirkt unkompliziert: einige Ladepunkte installieren und fertig. Doch ohne Steuerung stoßen Sie auf drei Probleme.

  • 1

    Lastspitzen. Mitarbeiter und Lieferfahrzeuge treffen ungefähr zur selben Zeit ein und laden gleichzeitig. Diese gleichzeitige Nachfrage erzeugt eine scharfe Spitze. Und genau an dieser Spitze werden Ihr Netzanschluss und Ihre Vertragsleistung gemessen.

  • 2

    Netzengpässe. Das Stromnetz erreicht an immer mehr Stellen seine Kapazitätsgrenze. Einen stärkeren Anschluss für den Ladepark zu beantragen ist häufig keine Option mehr: Sie landen auf einer Warteliste von Monaten bis Jahren. Netzengpässe machen einen intelligenten Umgang mit Ihrer bestehenden Kapazität nicht zur Kür, sondern zur Pflicht.

  • 3

    Kosten. Einen Netzanschluss verstärken zu lassen ist teuer, sofern es überhaupt möglich ist. Und eine hohe Lastspitze bedeutet eine höhere Vertragsleistung, also strukturell höhere Netzkosten. Jede Spitze, die Sie vermeiden, drückt diesen Kostentreiber.

Statisches Laden löst keines dieser Probleme. Es zwingt Sie vielmehr dazu, Ihren Anschluss auf eine Spitze zu dimensionieren, die Sie mit intelligentem Laden problemlos hätten vermeiden können.

Vom dynamischen Laden zum intelligenten Lademanagement

Dynamisches Laden verhindert, dass Sie Ihren Anschluss überlasten. Doch Sie können weiter gehen. Mit intelligentem Lademanagement (Smart Charging) bestimmen Sie nicht nur, wie viel geladen wird, sondern auch wann.

Einige Beispiele:

  • Laden außerhalb der Spitze. Fahrzeuge, die nachts oder tagsüber längere Zeit stehen, laden Sie in den Stunden mit geringer Nachfrage. So verteilen Sie den Verbrauch und senken Ihre Lastspitze.
  • Laden zu dynamischen Energiepreisen. Haben Sie einen dynamischen Stromvertrag? Dann laden Sie in den Stunden, in denen Strom günstig ist, und drosseln, wenn der Preis steigt.
  • Laden mit eigener Solarenergie. Erzeugen Sie vor Ort Strom mit Photovoltaik? Dann steuern Sie Ihren Ladepark so, dass er den Überschuss aufnimmt, anstatt ihn zu einem niedrigen Tarif ins Netz einzuspeisen.
  • Laden nach Priorität. Der Transporter, der um 06:00 Uhr losfahren muss, erhält Vorrang vor dem Fahrzeug, das erst nachmittags wieder benötigt wird.

So wird Ihr Ladepark von einer Kostenposition zu einer flexiblen Schicht, die sich mit Ihren Tarifen, Ihrer Erzeugung und Ihrer Planung bewegt.

Ihr Ladepark als Teil Ihres gesamten Energieverbrauchs

Hier liegt der größte Hebel, und zugleich die Grenze eines eigenständigen Ladepunktsystems. Ein herkömmliches Lademanagementsystem sieht nur die Ladepunkte. Es weiß nicht, welche Last die Produktionshalle zieht, wie viel die Photovoltaikanlage erzeugt oder wie voll der Batteriespeicher ist.

Ein Energiemanagementsystem (EMS) betrachtet das Gesamtbild. Es steuert Ladepark, Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und weitere Verbraucher als ein System. Damit betreiben Sie nicht nur Lademanagement, sondern standortweites Load Balancing und Peak Shaving: Sie verschieben Verbrauch über die Zeit und halten die Gesamtspitze niedrig.

Tibo EMS erledigt dies vollautomatisch. Unter der Haube arbeitet Alice, unser Algorithmus, der alle fünf Minuten einen neuen 48-Stunden-Steuerungsplan berechnet, auf Basis Ihres Verbrauchs, Ihrer Erzeugung, der Wetterprognose und der Energiepreise. Ihr Ladepark lädt exakt zum richtigen Zeitpunkt, ohne dass jemand eingreifen muss.

Das macht Ihren Ladepark auch zu einem logischen Baustein eines Energiehubs auf Ihrem Gewerbegebiet, in dem Sie gemeinsam mit Ihren Nachbarunternehmen Kapazität intelligent nutzen.

Was intelligentes Lademanagement konkret bringt

Was liefert die Anbindung Ihres Ladeparks an ein EMS in der Praxis?

  • Kein Netzausbau nötig. Sie nutzen den Anschluss, den Sie bereits haben, auch wenn Ihr Ladepark wächst.
  • Geringere Energiekosten. Durch Laden in den günstigsten Stunden und optimale Nutzung Ihrer eigenen Solarenergie. Am Enexis-Standort in Best führte dies zu bis zu 60% geringeren Energiekosten.
  • Weniger CO₂. Durch maximalen Einsatz erneuerbarer Erzeugung erzielte derselbe Standort bis zu 50% CO₂-Reduktion.
  • Entlastung des Netzes. Sie verschieben Ihre Nachfrage und schaffen Flexibilität, anstatt das Netz weiter zu belasten.
  • Bereit für die Zukunft. Kommt ein Batteriespeicher oder ein zweiter Ladepark hinzu? Das EMS nimmt ihn einfach in den Steuerungsplan auf.

Was würde das an Ihrem Standort bringen?

Jedes Gewerbegebiet ist anders. Ihr Verbrauch, Ihr Netzanschluss, Ihre Erzeugung und die Größe Ihres Ladeparks bestimmen gemeinsam, wie viel Sie einsparen können. Mit dem Tibo Energy System Simulator sehen Sie vorab, schwarz auf weiß, was dynamisches Laden und intelligentes Lademanagement an Ihrem Standort leisten.

Fordern Sie eine Simulation an und erfahren Sie, wie viel Spielraum noch in Ihrem bestehenden Anschluss steckt.

Häufig gestellte Fragen

Beim statischen Laden erhält jeder Ladepunkt eine feste Maximalleistung, die sich addiert, sobald mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden. Beim dynamischen Laden verteilt das System die verfügbare Kapazität in Echtzeit über die aktiven Ladesitzungen, sodass Sie stets innerhalb Ihrer Anschlussleistung bleiben.

Häufig nicht. Mit dynamischem Laden und intelligentem Lademanagement nutzen Sie die vorhandene Kapazität deutlich effizienter. Das ist relevant, weil aufgrund von Netzengpässen ein stärkerer Anschluss häufig kurzfristig nicht verfügbar ist.

Ein Lademanagementsystem steuert ausschließlich Ihre Ladepunkte. Ein EMS steuert Ihren Ladepark zusammen mit Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und weiteren Verbrauchern als Gesamtsystem und optimiert so Ihren gesamten Energieverbrauch und Ihre Lastspitze.

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